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Ankaufsthema · Gruß-aus-Karten

Gruß-aus-Karten verkaufen

Ich kaufe die farbigen „Gruß aus …“-Lithografien der Frühzeit – jene Karten mit geschwungenem Schriftzug und mehreren kleinen Ansichten, die vor 1905 entstanden.

Der Schriftzug allein macht es nicht. Entscheidend sind Ortsgröße, Druckart und Alter – dieselbe Aufmachung kann häufig oder ausgesprochen selten sein.
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Zur Sache

Die kurze Blüte der Gruß-aus-Zeit

Ihre große Zeit hatten die Gruß-aus-Karten von den frühen 1890er Jahren bis etwa 1905. Steindruckereien lieferten damals Farblithografien, bei denen jede Farbe einen eigenen Druckstein brauchte – daher das leuchtende, plakatartige Kolorit dieser Karten. Weil die Rückseite bis 1905 allein der Anschrift vorbehalten war, ließen die Zeichner auf der Bildseite freie Flächen für den Gruß; beschriebene Bildseiten sind bei diesen Karten also zeittypisch und kein Mangel.

Um 1900 kam als Modeerscheinung die Mondscheinkarte hinzu: eine gewöhnliche Tagesansicht, in tiefes Blau getaucht und mit Mond samt beleuchteten Fenstern versehen. Nach 1905 verdrängten fotografische Verfahren die gezeichnete Lithografie fast vollständig – die Gattung starb aus, bevor sie zwanzig Jahre alt wurde. Erhalten hat sich vor allem, was in die frühen Sammelalben der Kaiserzeit eingesteckt wurde und dort gepresst und lichtgeschützt überdauerte.

Ankaufsprofil

Gruß-aus-Varianten, die ich suche

Innerhalb der Gattung gibt es große Unterschiede – diese Spielarten interessieren mich besonders.

  • Karten aus Dörfern und Kleinstädten, die nur eine einzige Auflage erlebten
  • Ausgaben verschwundener Orte im früheren Ostdeutschland
  • Motive einzelner Gebäude: Gruß aus dem Schützenhaus, der Mühle, dem Bad
  • Mondscheinkarten kleiner Orte mit erleuchteten Fenstern
  • besonders aufwendige Chromolithografien mit Gold- oder Reliefdetails
  • Karten mit eingedrucktem Erscheinungsjahr oder Verlagsnummer
  • Anlassausgaben zu Einweihungen, Schützenfesten und Ausstellungen
  • komplette Alben aus der Zeit vor 1905, Seite an Seite voller Lithografien

Großstadt oder Landstadt – ein wichtiger Unterschied

Gruß aus Berlin, Dresden oder München wurde in riesigen Stückzahlen gedruckt und liegt heute in fast jeder Sammlung; solche Karten kaufe ich vor allem im Posten. Dieselbe Kartenform aus einem Marktflecken mit zweitausend Einwohnern ist eine andere Liga – hier zählt jedes einzelne Exemplar.

Bewertung

Was eine Gruß-aus-Karte wertvoll macht

Bei der Bewertung dieser frühen Karten kommt es auf fünf Punkte an:

MerkmalWorauf es ankommt
Ort Die Auflage richtete sich nach der Kundschaft vor Ort – kleine Orte bedeuten kleine Auflagen und damit heutige Seltenheit.
Jahrgang Stempeldaten aus den 1890er Jahren markieren die gesuchte Frühzeit; um 1900 wird es bereits deutlich häufiger.
Druckqualität Feine, vielfarbige Steindrucke mit sauberem Passer stehen über den einfachen zweifarbigen Ausgaben späterer Jahre.
Bildinhalt Zeigen die Bildfelder Gasthöfe, Fabriken oder Bahnanlagen statt nur Kirche und Denkmal, kommen weitere Interessenten hinzu.
Farberhaltung Die Lithofarben bleichen im Licht schnell aus – ein frisches, nie gerahmtes Exemplar ist spürbar mehr wert als ein verblasstes.

Gut zu wissen

Drei Fehler im Umgang mit frühen Karten

  • Beschriebene Bildseiten als beschädigt einstufen. Der Text auf dem Bild gehört zur Zeit vor 1905 dazu und beweist sogar das frühe Alter der Karte.
  • Karten zum Dekorieren rahmen und aufhängen. Schon wenige Monate Tageslicht ruinieren die empfindlichen Lithografiefarben dauerhaft.
  • Briefmarken für die Enkel abweichen. Marke, Stempel und Karte bilden eine datierte Einheit – abgelöste Marken hinterlassen Wasserschäden und zerstören den Beleg.

Frühe Karten verzeihen wenig. Am besten lassen Sie den Bestand unangetastet und holen zuerst eine Einschätzung ein.

Ablauf

So läuft der Verkauf ab

  1. Sie melden sich – am einfachsten telefonisch Schildern Sie kurz, was vorhanden ist: ein Album, ein Karton, ein ganzer Nachlass. Übersichtsfotos per WhatsApp oder E-Mail helfen, sind aber kein Muss.
  2. Ich sehe mir gezielt an, was zählt Falls nötig, sage ich Ihnen konkret, welche Albumseiten oder Rückseiten ich noch sehen müsste. Bei größeren Beständen ist eine Durchsicht vor Ort oder ein Versand sinnvoll.
  3. Angebot und direkte Bezahlung Ich nenne Ihnen offen, was ich zahlen kann, und erkläre, wie ich darauf komme. Nehmen Sie das Angebot an, erhalten Sie Ihr Geld sofort. Entscheiden Sie sich dagegen, entstehen Ihnen keine Kosten.

Fragen

Häufige Fragen zu Gruß-aus-Karten

Woran erkenne ich, dass meine Karte vor 1905 entstanden ist?

Drehen Sie sie um: Trägt die Rückseite keinen Trennstrich und nur das Wort Postkarte mit Adresslinien, stammt sie aus der frühen Zeit. Auch ein Poststempel mit Jahreszahl schafft sofort Klarheit.

Ist eine ungelaufene Gruß-aus-Karte weniger wert als eine gelaufene?

Nicht grundsätzlich. Ungelaufene Exemplare sind oft farbfrischer, gelaufene dafür sicher datiert – beides hat seine Liebhaber, wichtiger sind Ort und Druckqualität.

Ich habe nur eine einzige solche Karte im Familienalbum gefunden.

Auch ein Einzelstück kann eine Anfrage lohnen, wenn der Ort klein ist. Lassen Sie die Karte im Album stecken und schicken Sie mir ein Foto der Seite.

Sind Nachdrucke ein Problem?

Alte Motive wurden ab den 1970er Jahren gern als Nostalgie-Reprint neu aufgelegt. Reprints erkennt man an Rasterpunkten und moderner Rückseite – ich prüfe das bei der Sichtung, Sie müssen es nicht selbst entscheiden.

Gruß-aus-Karten anbieten

Nennen Sie mir Orte und ungefähre Stückzahl Ihres Bestands – bei diesen frühen Karten kann ich meist schon am Telefon eine Richtung nennen.

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