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Ankaufsthema · Lithografien

Lithografie-Postkarten verkaufen

Ich kaufe farblithografierte Ansichtskarten aus der Frühzeit der Postkarte – Mehrbildkarten, Mondscheinkarten und Vorläufer – im Sammlergebrauch Karten bis einschließlich 1895 – gehören zu den ältesten Stücken, die durch meine Hände gehen.

Alter schlägt Glanz. Gerade die stumpfen, altmodisch wirkenden Karten aus den 1890er Jahren sind häufig die frühesten und gesuchtesten eines Bestandes.
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Zur Sache

Die Chromolithografie – Farbdruck Stein für Stein

Vor der fotografischen Ansichtskarte stand der Steindruck: Bei der Chromolithografie wurde jede Farbe von einem eigenen, von Hand bearbeiteten Stein gedruckt, sodass ein einziges Kartenmotiv sechs, acht oder mehr Druckgänge durchlief. Ihre Blütezeit lag zwischen etwa 1895 und 1905, danach verdrängten billigere fotomechanische Verfahren die aufwendige Technik. Typisch sind Mehrbildkarten, bei denen Kirche, Marktplatz und Gasthof eines Ortes zu einer verzierten Komposition zusammengestellt wurden.

Noch früher liegen die sogenannten Vorläufer: Karten bis einschließlich 1895, als die Bildpostkarte noch keine Massenware war und die Auflagen klein blieben. Von manchen kleinen Orten sind aus diesen Jahren nur wenige Karten bekannt. Wer solche Stücke im Familienbestand hat, besitzt Frühzeugnisse der Postkartengeschichte – unabhängig davon, wie unscheinbar sie neben späteren Glanzdrucken wirken.

Ankaufsprofil

Was bei Lithografien gesucht wird

Innerhalb der Gattung gibt es klare Rangunterschiede. Besonders interessieren mich:

  • Vorläuferkarten mit Poststempeln bis einschließlich 1895
  • Mehrbildkarten kleiner Orte, von denen kaum Ansichten existieren
  • Mondschein- und Halt-gegen-das-Licht-Karten
  • fein gezeichnete Einzelansichten mit ornamentaler Rahmung
  • Karten mit datiertem, sauber lesbarem Postlauf des 19. Jahrhunderts
  • frühe Anlasslithografien zu Ausstellungen und Einweihungen
  • Präge- und Golddrucke aus der Hochphase um 1900
  • geschlossene Bestände eines einzigen Sammlers aus dieser Frühzeit

Abgrenzung zum Lichtdruck

Nicht jede alte Karte ohne Fotoglanz ist eine Lithografie: Der Lichtdruck gibt eine Fotografie matt und in feinem Korn wieder, während die Lithografie ein gezeichnetes Bild aus Farbflächen ist. Beide Verfahren sind interessant – die Unterscheidung nehme ich Ihnen ab.

Bewertung

Was eine Lithografie wertvoll macht

Fünf Merkmale bestimmen die Einordnung, und keines davon erfordert Vorwissen von Ihnen:

MerkmalWorauf es ankommt
Entstehungsjahr Je früher, desto seltener: Ein Stempel von 1894 wiegt schwerer als das schönste Motiv von 1903.
Ort Lithografien großer Städte entstanden in hohen Auflagen. Dörfer und Kleinstädte sind die eigentlichen Seltenheiten der Gattung.
Druckaufwand Viele Farben, Goldhöhung und Prägung zeugen von teurer Herstellung und kleiner Stückzahl.
Lesbarkeit der Postgeschichte Klare Stempel, Marke und Datum machen die Karte für Postgeschichtler zusätzlich interessant.
Unversehrtheit Eckknicke sind verzeihlich, abgelöste Marken und ausgeschnittene Stempel dagegen echte Eingriffe in die Substanz.

Gut zu wissen

Drei Dinge, die Sie vermeiden sollten

  • Briefmarken ablösen oder Stempel ausschneiden. Damit wird aus einem datierbaren Frühbeleg ein beschädigtes Bild ohne Beweiskraft.
  • Nur die „bunten schönen“ Karten vorzeigen. Die grauen, blassen Stücke von 1892 gehören oft an die Spitze des Bestandes.
  • Karten in neue Klarsichthüllen zwängen. Zu enge oder weichmacherhaltige Hüllen schaden dem über hundert Jahre alten Papier.

Übergeben Sie mir den Stapel ungeordnet – die Trennung nach Verfahren, Alter und Seltenheit gehört zu meiner Arbeit, nicht zu Ihrer.

Ablauf

So läuft der Verkauf ab

  1. Sie melden sich – am einfachsten telefonisch Schildern Sie kurz, was vorhanden ist: ein Album, ein Karton, ein ganzer Nachlass. Übersichtsfotos per WhatsApp oder E-Mail helfen, sind aber kein Muss.
  2. Ich sehe mir gezielt an, was zählt Falls nötig, sage ich Ihnen konkret, welche Albumseiten oder Rückseiten ich noch sehen müsste. Bei größeren Beständen ist eine Durchsicht vor Ort oder ein Versand sinnvoll.
  3. Angebot und direkte Bezahlung Ich nenne Ihnen offen, was ich zahlen kann, und erkläre, wie ich darauf komme. Nehmen Sie das Angebot an, erhalten Sie Ihr Geld sofort. Entscheiden Sie sich dagegen, entstehen Ihnen keine Kosten.

Fragen

Häufige Fragen zu Lithografie-Beständen

Wie erkenne ich ohne Lupe, ob eine Karte vor 1905 entstanden ist?

Drehen Sie die Karte um: Ist die Rückseite nicht durch einen Mittelstrich geteilt, stammt sie aus der Zeit vor der Einführung der geteilten Anschriftseite. Das ist der einfachste Hinweis auf eine frühe Karte und funktioniert ganz ohne Fachliteratur.

Meine Lithografien sind beschrieben – mindert der Text den Wert?

Bei frühen Karten war der Grußtext auf der Bildseite vorgesehen, er gehört also zum Originalzustand. Eine zeitgenössische Handschrift stört nicht, sie datiert die Karte sogar.

Zählen auch Karten aus Österreich oder der Schweiz?

Ja, die frühe Lithografieproduktion war grenzüberschreitend, und viele Bestände enthalten Karten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Ich betrachte solche Konvolute als Ganzes.

Was ist, wenn ich Lithografien und spätere Fotokarten gemischt habe?

Das ist der Normalfall bei gewachsenen Sammlungen. Bitte trennen Sie nichts – die Mischung zeigt mir, wie der Bestand entstanden ist, und auch die späteren Karten fließen in mein Angebot ein.

Lithografien anbieten

Rufen Sie an oder schicken Sie mir Fotos von Vorder- und Rückseite einiger Karten – oft lässt sich schon daran erkennen, ob Frühstücke aus der Zeit vor 1900 dabei sind.

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