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Ankaufsthema · Reklamekarten

Reklamekarten verkaufen

Ich kaufe Werbepostkarten der Zeit bis 1945 – Firmenserien für Kaffee, Schokolade oder Nähmaschinen, grafisch gestaltete Produktkarten und Werbedrucke einzelner Geschäfte und Fabriken.

Werbung von damals ist Wirtschaftsgeschichte. Was einst kostenlos verteilt wurde, dokumentiert heute Marken, Preise und Alltagskultur einer verschwundenen Warenwelt.
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Zur Sache

Als das Plakat auf die Postkarte kam

Um 1900 entdeckten Markenhersteller die Postkarte als Werbeträger: Kaffee-Ersatz von Kathreiner, Schokolade von Stollwerck oder Nähmaschinen von Singer wurden auf Karten beworben, die Händler ihren Kunden mitgaben oder Firmen als Serienpost verschickten. Gestalterisch übernahmen die Karten die Sprache der Litfaßsäule – kräftige Flächen, große Schrift, einprägsame Bildideen – und manche Entwürfe stammten von denselben Grafikern wie die Plakate der Zeit.

Das Gebiet berührt sich eng mit den Sammelbildern, die Firmen wie Liebig ihren Produkten beilegten: Beide wurden gezielt gesammelt, in Serien herausgegeben und in Alben geklebt. Für Sammler von Werbegrafik und für Unternehmensarchive sind vollständig erhaltene Serien heute die eigentlichen Zielobjekte, denn verstreute Einzelmotive gibt es weit häufiger als geschlossene Folgen aus erster Hand.

Ankaufsprofil

Wonach bei Reklamekarten gesucht wird

Nicht das Produkt entscheidet, sondern Gestaltung, Seltenheit und Vollständigkeit:

  • komplette Werbeserien großer Marken in einheitlicher Erhaltung
  • Karten mit Entwürfen bekannter Plakatkünstler
  • Werbung untergegangener Regionalmarken, Brauereien und Kaufhäuser
  • Karten von Weltausstellungen und Gewerbeschauen mit Firmenständen
  • mechanische und Klappkarten mit Werbeeffekt
  • Werbekarten mit eingedruckten Preislisten oder Bestellcoupons
  • Karten, die Ladengeschäfte mit Schaufensterdekoration zeigen
  • firmeneigene Glückwunsch- und Kalenderkarten für Stammkunden

Der Blick in die Kiste lohnt sich

In Kaufmannsnachlässen liegen Reklamekarten oft zusammen mit Rechnungen, Briefköpfen und Etiketten derselben Firma. Diese Werbepapiere gehören sachlich zusammen und interessieren mich als Gesamtpaket.

Bewertung

Was eine Reklamekarte bewertbar macht

Fünf Gesichtspunkte ziehe ich bei jedem Werbebestand heran:

MerkmalWorauf es ankommt
Grafik Eine markante Plakatgestaltung um 1900 zählt mehr als ein braves Produktfoto der 1930er Jahre.
Marke Verschwundene Firmen sind oft spannender als bis heute bekannte, weil ihre Werbung nirgends sonst überliefert ist.
Serienlage Zwölf von zwölf Motiven einer Folge sind mehr als die Summe der Einzelkarten.
Gebrauchsform Als Firmenpost gelaufene Exemplare mit Werbestempel verbinden Reklame- und Postgeschichte.
Frische Da diese Karten massenhaft weggeworfen wurden, sind leuchtende Farben und saubere Ränder hier seltener als bei Ortsansichten.

Gut zu wissen

Drei Ratschläge für Werbebestände

  • Serien nicht nach Lieblingsmotiven ausdünnen. Jede entnommene Karte macht aus einer vollständigen Folge einen Rest.
  • Eingeklebte Karten im Album lassen. Beim Herauslösen reißen Rückseiten auf, und das zeitgenössische Sammelalbum ist selbst ein Zeugnis.
  • Firmenpapiere nicht als Altpapier entsorgen. Preislisten und Geschäftsdrucksachen zur selben Marke erhöhen die Aussagekraft des Ganzen.

Zeigen Sie mir Werbematerial im Zweifel lieber einmal zu viel – gerade bei diesem Gebiet steckt der Reiz oft im Unscheinbaren.

Ablauf

So läuft der Verkauf ab

  1. Sie melden sich – am einfachsten telefonisch Schildern Sie kurz, was vorhanden ist: ein Album, ein Karton, ein ganzer Nachlass. Übersichtsfotos per WhatsApp oder E-Mail helfen, sind aber kein Muss.
  2. Ich sehe mir gezielt an, was zählt Falls nötig, sage ich Ihnen konkret, welche Albumseiten oder Rückseiten ich noch sehen müsste. Bei größeren Beständen ist eine Durchsicht vor Ort oder ein Versand sinnvoll.
  3. Angebot und direkte Bezahlung Ich nenne Ihnen offen, was ich zahlen kann, und erkläre, wie ich darauf komme. Nehmen Sie das Angebot an, erhalten Sie Ihr Geld sofort. Entscheiden Sie sich dagegen, entstehen Ihnen keine Kosten.

Fragen

Häufige Fragen zu Reklamekarten

Zählen auch Sammelbilder ohne Postkartenrückseite dazu?

Sie bilden ein eigenes, eng verwandtes Gebiet, das ich ebenfalls ankaufe. Liegen Werbekarten und Sammelbilder gemischt vor, bewerte ich beides in einem Zug.

Meine Karten werben für längst vergessene Firmen – ist das ein Nachteil?

Eher das Gegenteil. Von kleinen und regionalen Marken existiert oft kaum noch Werbematerial, sodass solche Karten für Heimat- und Wirtschaftsforschung besonders zählen.

Woher weiß ich, ob eine Serie vollständig ist?

Viele Serien tragen Nummern wie „Bild 4 von 6“, daran lässt sich die Folge ablesen. Fehlt eine Nummerierung, gleiche ich die Motive mit den bekannten Serienverzeichnissen ab – das müssen Sie nicht selbst leisten.

Sind Karten mit Werbeaufdruck auf der Rückseite weniger interessant?

Nein, der Firmeneindruck macht aus einer gewöhnlichen Ansichtskarte häufig erst ein Reklamestück. Bitte fotografieren Sie deshalb bei Anfragen immer beide Seiten.

Reklamekarten anbieten

Ein kurzer Anruf oder ein paar Bilder der auffälligsten Karten reichen aus – ich erkenne schnell, ob gesuchte Serien oder seltene Marken darunter sind, und melde mich umgehend zurück.

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