Kolonien · Übersee 1884–1918 · Ansichtskarten
Kolonial-Postkarten verkaufen
Windhuk, Daressalam, Tsingtau: Karten aus den deutschen Kolonien liegen heute meist unerkannt zwischen gewöhnlichen Familienpostkarten. Ich kaufe diese seltenen Übersee-Belege an – einzeln wie im ganzen Nachlass.
Hintergrund
Ein Kaiserreich in Übersee – und seine Post nach Hause
Zwischen 1884 und 1918 unterhielt das Deutsche Reich Kolonien auf drei Kontinenten: Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika, Kamerun und Togo in Afrika, das Pachtgebiet Kiautschou mit Tsingtau in China sowie Deutsch-Neuguinea und Samoa in der Südsee. Beamte, Schutztruppler, Kaufleute, Pflanzer und Missionare schrieben von dort nach Hause – per Ansichtskarte, die mit den Dampfern der Reichspostlinien wochenlang unterwegs war.
Mit dem Ersten Weltkrieg gingen alle Kolonien verloren, und die Heimkehrer brachten ihre Karten, Fotos und Briefe mit zurück. Genau dort liegen sie bis heute: in Alben und Schachteln deutscher Familien, deren Nachfahren oft gar nicht wissen, was ein Stempel aus Swakopmund oder ein Seepost-Vermerk bedeutet. Da die Karten nie in großer Zahl existierten, gehört das Gebiet zu den gesuchtesten der ganzen Philatelie und Ansichtskartenkunde.
Ankaufsprofil
Motive, die bei den Kolonien besonders interessieren
Bei Kolonialkarten gibt es keine Massenmotive im eigentlichen Sinn – gefragt ist praktisch alles. Einige Gruppen stechen dennoch heraus.
- Stations- und Ortsansichten: Windhuk, Swakopmund, Lüderitzbucht, Daressalam, Tanga
- Tsingtau mit Hafen, Gouvernement und deutschen Bauten
- Farmen, Plantagen, Missionsstationen und Bahnbauten
- Schutztruppe, Polizeitruppe und Marinelandungskorps vor Ort
- Südsee-Motive aus Apia, Rabaul und von den Inselstationen
- Reichspostdampfer, Kohlenstationen und Hafenszenen der Ausreiserouten
- gezeichnete und lithografierte Kolonial-Propagandakarten aus der Heimat
- Karten aus dem Kolonialkrieg 1904–1907 in Südwestafrika und vom Maji-Maji-Aufstand
Auch das ist interessant
Neben gelaufenen Karten interessieren mich Kolonial-Fotoalben, Briefe mit Umschlägen, Reisetagebücher und Dienstpapiere von Übersee-Rückkehrern. Auch ungebrauchte Kolonialkarten, die als Andenken mit heimkehrten, gehören dazu.
Bewertung
Was den Wert einer Kolonialkarte bestimmt
Bei diesem Gebiet zählen Bild und Postgeschichte gleichermaßen – häufig macht der Stempel den größeren Teil des Wertes aus. Darauf kommt es an:
| Merkmal | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Abstempelung | Stempel kleiner Stationen im Landesinneren sind erheblich seltener als die der Küstenpostämter; Seepost-Stempel der Dampferlinien bilden ein eigenes Sammelgebiet. |
| Gebiet | Togo, die Südsee-Inseln und abgelegene Stationen sind knapper überliefert als Südwestafrika, aus dem wegen der vielen Soldaten die meiste Post kam. |
| Kartentyp | Vor Ort hergestellte Fotokarten übertreffen die in Deutschland gedruckten Serienmotive an Seltenheit meist deutlich. |
| Textinhalt | Berichte über Alltag, Klima, Krieg oder Reise machen eine Karte zur historischen Quelle und heben sie über den reinen Beleg. |
| Zusammenhang | Eine vollständige Korrespondenz einer Person aus mehreren Jahren ist mehr wert als dieselben Karten verstreut – bitte nichts einzeln herausgeben. |
Gut zu wissen
Drei Dinge, die Sie besser nicht tun
- Kolonialmarken abweichen oder ausschneiden. Auf der Karte ist die Marke Teil eines Beleges mit Laufweg und Datum – herausgetrennt bleibt nur ein Bruchteil des Wertes übrig.
- Fremde Ortsnamen ungeprüft aussortieren. Was wie eine belanglose Auslandskarte aussieht, kann ein Kolonialbeleg sein. Im Zweifel liegen lassen und nachfragen.
- Einzelstücke vorab an Ort und Stelle verkaufen. Wird die beste Karte separat abgegeben, verliert der restliche Nachlass seinen Erzählfaden – und meist auch deutlich an Gesamtwert.
Bei Kolonialbeständen entscheiden Kleinigkeiten, die nur die Durchsicht zeigt. Bieten Sie mir deshalb ruhig alles an, was zur Übersee-Geschichte Ihrer Familie gehört.
Ablauf
So läuft der Verkauf ab
- Sie melden sich – am einfachsten telefonisch Schildern Sie kurz, was vorhanden ist: ein Album, ein Karton, ein ganzer Nachlass. Übersichtsfotos per WhatsApp oder E-Mail helfen, sind aber kein Muss.
- Ich sehe mir gezielt an, was zählt Falls nötig, sage ich Ihnen konkret, welche Albumseiten oder Rückseiten ich noch sehen müsste. Bei größeren Beständen ist eine Durchsicht vor Ort oder ein Versand sinnvoll.
- Angebot und direkte Bezahlung Ich nenne Ihnen offen, was ich zahlen kann, und erkläre, wie ich darauf komme. Nehmen Sie das Angebot an, erhalten Sie Ihr Geld sofort. Entscheiden Sie sich dagegen, entstehen Ihnen keine Kosten.
Fragen
Häufige Fragen zu Kolonial-Beständen
Woran erkenne ich, ob eine Karte aus den deutschen Kolonien stammt?
Typisch sind Briefmarken mit einem Schiffsmotiv und Landesnamen wie „Deutsch-Ostafrika“ oder Aufdrucke auf deutschen Marken, dazu Stempel ferner Orte oder der Vermerk „Deutsche Seepost“. Wenn Sie unsicher sind, genügt ein Foto von Vorder- und Rückseite.
Ich habe nur zwei oder drei solcher Karten. Lohnt das eine Anfrage?
Unbedingt. Bei Kolonialpost können schon einzelne Stücke bedeutend sein, insbesondere mit seltenen Stempeln oder aus den kleinen Gebieten. Die Menge spielt hier eine geringere Rolle als bei jedem anderen Sammelgebiet.
Die Karten zeigen Menschen aus den Kolonien in Posen, die heute befremdlich wirken. Kaufen Sie so etwas an?
Ja. Solche Karten sind Dokumente der Kolonialzeit und werden von Museen und Forschung als Quellen zur Aufarbeitung genutzt. Der historische Kontext gehört zu diesem Gebiet dazu und ist kein Ausschlussgrund.
Der Bestand enthält auch Marine- und Weltkriegskarten. Passt das zusammen?
Sehr gut sogar – Kolonial-, Marine- und Militärpost gingen oft durch dieselben Hände, etwa bei Besatzungen des Ostasiengeschwaders. Ich sichte solche gemischten Bestände als Einheit.
Kolonial-Bestand anbieten
Ob einzelne Übersee-Karte oder kompletter Rückkehrer-Nachlass: Ein Anruf oder eine Mail mit Fotos genügt, und ich sage Ihnen offen, was Sie in Händen halten.
Kostenlos und unverbindlich · Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden · Direkte Bezahlung beim Ankauf