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Ankaufsthema · Handschriften

Handschriften verkaufen

Ich kaufe handgeschriebene Bücher, Hefte und Blätter aus der Zeit bis etwa 1950 – und ich lese Kurrent und Sütterlin selbst, ohne fremde Hilfe.

Unleserlich heißt nicht wertlos. Dass niemand in der Familie die Schrift mehr entziffern kann, ist der häufigste Grund, warum wertvolles Schriftgut im Altpapier landet.
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Zur Sache

Warum kaum noch jemand lesen kann, was die Großeltern schrieben

Über Jahrhunderte schrieb man im deutschen Sprachraum Kurrent, eine spitze Laufschrift, die mit der heutigen Schreibschrift wenig gemein hat. Ab 1915 lernten preußische Schulkinder die vom Grafiker Ludwig Sütterlin entwickelte, senkrecht gestellte Variante, die bald überall unterrichtet wurde. 1941 wurde der Schulunterricht per Erlass auf die lateinische Schrift umgestellt – seither wächst mit jeder Generation der Abstand zu allem, was davor geschrieben wurde.

Die Folge zeigt sich bei fast jeder Haushaltsauflösung: Handgeschriebenes wird als Erstes entsorgt, weil es niemand mehr entziffern kann und daher niemand weiß, was er da in Händen hält. Dabei entscheidet der Inhalt über alles – zwischen einem abgeschriebenen Gedicht und der einzigen erhaltenen Ortschronik eines Dorfes liegt der Unterschied zwischen Makulatur und einem Stück Überlieferung. Diese Prüfung übernehme ich, ehe irgendetwas verloren geht.

Ankaufsprofil

Handgeschriebenes, das ich ankaufe

Die Bandbreite reicht vom Poesiealbum bis zur Pfarrchronik – gemeinsam ist allem, dass es nur ein einziges Mal existiert.

  • Haus-, Hof- und Ortschroniken aus Familienbesitz
  • handgeschriebene Koch- und Rezeptbücher, auch mit Hausmitteln
  • Predigt- und Andachtsmanuskripte von Pfarrern und Lehrern
  • Anschreibe- und Rechnungsbücher von Läden und Handwerksbetrieben
  • Poesie- und Stammbücher mit Einträgen, Widmungen und Bildchen
  • Schulhefte, Mitschriften und Studienkollegs vergangener Zeiten
  • Liederbücher, Theaterrollen und Vereinsprotokolle von Hand
  • einzelne Blätter: Verträge, Quittungen, Haussegen, Briefentwürfe

Vom Können des Schreibers

Kalligrafisch gestaltete Stücke – Zierschriften, geschmückte Titelblätter, Fraktur von Meisterhand – haben zusätzlich einen ästhetischen Reiz und finden auch außerhalb der Regionalforschung ihre Liebhaber.

Bewertung

Was handschriftliches Material wertvoll macht

Ohne Lektüre keine Bewertung – aber ein paar äußere Anhaltspunkte können Sie selbst erkennen:

MerkmalWorauf es ankommt
Inhaltstyp Eigenständige Texte wie Chroniken, Erinnerungen oder Betriebsbücher stehen über bloßen Abschriften gedruckter Vorlagen.
Ortsbindung Je genauer sich ein Manuskript einem Dorf, einem Hof oder einer Werkstatt zuordnen lässt, desto größer das Interesse der Heimatforschung.
Laufzeit Ein über Jahrzehnte weitergeführtes Buch, in das mehrere Generationen eintrugen, dokumentiert Wandel – das kann kein Einzelblatt leisten.
Alter Schriftgut aus dem 18. Jahrhundert und früher ist allein wegen seiner Seltenheit prüfenswert, selbst bei alltäglichem Inhalt.
Unversehrtheit Vollständige Bände mit allen Seiten sind vorzuziehen; herausgetrennte Blätter und entfernte Einbände mindern die Aussagekraft.

Gut zu wissen

Drei Irrtümer im Umgang mit alter Schrift

  • „Das kann keiner lesen, das kann weg.“ Doch, es kann gelesen werden – von mir und von Archivaren. Entsorgen Sie nichts Handgeschriebenes ungeprüft.
  • Einzelseiten als Andenken heraustrennen. Ein Manuskript wirkt nur als Ganzes; jede entnommene Seite reißt eine Lücke in den Text und in den Wert.
  • Flecken und Einträge „säubern“. Radierte Namen, überklebte Stellen und Gebrauchsspuren sind Befunde, keine Mängel – Reinigungsversuche richten nur Schaden an.

Legen Sie alles Handgeschriebene ungelesen beiseite und zeigen Sie es mir – die Entzifferung kostet Sie weder Mühe noch Geld.

Ablauf

So läuft der Verkauf ab

  1. Sie melden sich – am einfachsten telefonisch Schildern Sie kurz, was vorhanden ist: ein Album, ein Karton, ein ganzer Nachlass. Übersichtsfotos per WhatsApp oder E-Mail helfen, sind aber kein Muss.
  2. Ich sehe mir gezielt an, was zählt Falls nötig, sage ich Ihnen konkret, welche Albumseiten oder Rückseiten ich noch sehen müsste. Bei größeren Beständen ist eine Durchsicht vor Ort oder ein Versand sinnvoll.
  3. Angebot und direkte Bezahlung Ich nenne Ihnen offen, was ich zahlen kann, und erkläre, wie ich darauf komme. Nehmen Sie das Angebot an, erhalten Sie Ihr Geld sofort. Entscheiden Sie sich dagegen, entstehen Ihnen keine Kosten.

Fragen

Häufige Fragen zu Handschriften

Können Sie uns sagen, was in dem alten Buch überhaupt steht?

Ja, das gehört zur Begutachtung. Ich übersetze Ihnen die entscheidenden Passagen und erkläre, worum es sich handelt – auch dann, wenn am Ende kein Ankauf zustande kommt.

Das Rezeptbuch der Urgroßmutter ist fleckig und zerlesen.

Küchenbücher haben gearbeitet, das sieht man ihnen an – Fettflecken und gelockerte Bindungen schrecken mich nicht. Wichtig ist, dass der Textbestand erhalten ist.

Woher wissen wir, ob es sich um Kurrent oder Sütterlin handelt?

Das müssen Sie nicht bestimmen können; die Unterscheidung ist für Ihre Anfrage unerheblich. Ein Foto einer beliebigen Doppelseite genügt mir, um Schrift und Zeit einzuordnen.

Wir würden gern eine Abschrift für die Familie behalten.

Fotografieren oder scannen Sie vor der Übergabe, so viel Sie möchten. Bei besonders interessanten Stücken weise ich Sie sogar von mir aus darauf hin.

Handschriftliches anbieten

Ein Handyfoto einer aufgeschlagenen Seite sagt mir oft schon das Wesentliche. Schicken Sie es mir oder beschreiben Sie das Stück kurz am Telefon.

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