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Reichenberg · Sudetenland · Ansichtskarten

Reichenberg-Postkarten verkaufen

Für Ansichtskarten aus Reichenberg, vom Jeschken und aus dem Isergebirgsvorland habe ich stete Verwendung – einzeln, als Album oder als kompletter Nachlass einer nordböhmischen Familie.

Auch Messekarten und Firmenwerbung mitgeben. Reklamekarten der Reichenberger Betriebe wirken unscheinbar, gehören aber zum Kern dieses Sammelgebiets.
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Ortskunde

Reichenberg: das Manchester Böhmens

Reichenberg, heute Liberec, war das wirtschaftliche Herz Deutschböhmens: Die Tuchindustrie hatte die Stadt so geprägt, dass man sie das Manchester Böhmens nannte, das prachtvolle Rathaus von 1893 zeigte das Selbstbewusstsein ihrer Fabrikanten. Bis 1918 liefen die Grüße von hier mit österreichischen Marken, danach wurde Reichenberg zum politischen und kulturellen Mittelpunkt der Deutschen in der Tschechoslowakei – ab 1920 auch Sitz der jährlichen Reichenberger Messe.

Nach dem Münchner Abkommen vom 29./30. September 1938 kam die Stadt zum Deutschen Reich und wurde Verwaltungssitz des Reichsgaus Sudetenland; 1945/46 mussten die deutschen Reichenberger gehen. Über der Stadt thront der Jeschken, dessen Berghotel von 1907 auf unzähligen Karten festgehalten ist – das Original brannte im Januar 1963 ab, weshalb die alten Ansichten heute zu den wichtigsten Bildquellen für den Bau gehören. Die Sammlungen der Vertriebenen liegen vor allem in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg und kommen dort mit jeder Erbschaft neu ans Licht.

Ankaufsprofil

Was ich aus Reichenberg besonders suche

Rathaus und Jeschkengipfel gibt es tausendfach. Den Unterschied machen die Karten aus der Arbeits- und Vereinswelt der Textilmetropole.

  • Innenansichten von Websälen, Spinnereien und Färbereien
  • Firmenkarten der Tuchhäuser mit Briefkopf und Werbegrafik
  • Messegelände, Ausstellungspavillons und Messe-Sonderbelege
  • Straßenzüge in Vierteln abseits des Zentrums
  • Sessellift von 1933, Wintersport und Bergwirtschaften am Kamm
  • Talsperren des Reichenberger Umlands nach der Flut von 1897
  • Zoo, Stadtbad und die Anlagen der Bürgervereine
  • Umlandorte wie Rochlitz an der Neiße, Ruppersdorf oder Machendorf

Verwandte Bestände

Wer Reichenberger Karten erbt, findet daneben häufig Glasgeschäftliches aus Gablonz, Wanderkarten vom Isergebirge und Fotografien der Firmenbelegschaften. Solche Mischbestände nehme ich als Ganzes zur Ansicht, denn getrennt verlieren sie ihre Erzählung.

Bewertung

Wertmerkmale bei Reichenberger Karten

Bei einer Stadt mit so vielen gedruckten Karten trennt sich der Bestand schnell in Häufiges und Gesuchtes. Diese Kriterien wende ich an:

MerkmalWorauf es ankommt
Motivtiefe Je näher die Kamera am Arbeitsleben war – Fabrikhof, Webstuhl, Marktstand –, desto begehrter die Karte; Panoramen vom Hausberg wurden dagegen in großer Zahl aufgelegt.
Verlag und Auflage Kleine Reichenberger Verlage und Fotoateliers produzierten in geringen Stückzahlen; ihre Karten sind schwerer zu finden als die der großen Kunstanstalten.
Zeitschicht Monarchie, Republik und die Jahre als Gauhauptstadt hinterließen jeweils eigene Stempel und Aufdrucke – vollständige Zeitreihen eines Motivs sind besonders reizvoll.
Messebezug Belege der Reichenberger Messe mit Sonderstempeln und Vignetten bilden ein eigenes Sammelfeld mit treuer Nachfrage.
Originalzustand Ungeknickt und unbeschnitten ist ideal; normale Laufspuren einer gelaufenen Karte mindern nichts, denn sie belegen die Nutzung.

Gut zu wissen

Bitte unterlassen Sie diese drei Dinge

  • Die Sammlung nach Motiven neu ordnen. Sammler haben ihre Alben mit System aufgebaut – dieses System ist eine Auskunft über den Bestand, die beim Umsortieren verloren geht.
  • Dubletten vorab verschenken. Was wie eine doppelte Karte aussieht, unterscheidet sich oft in Auflage, Stempel oder Rückseite – die Prüfung dauert nur Minuten.
  • Alben in feuchten Kellern zwischenlagern. Wenige Wochen Feuchtigkeit richten mehr an als fünfzig Jahre Dachboden. Lassen Sie alles, wo es ist, bis wir gesprochen haben.

Je weniger Sie eingreifen, desto besser kann ich beurteilen, was Sie besitzen – und desto klarer fällt mein Angebot aus.

Ablauf

So läuft der Verkauf ab

  1. Sie melden sich – am einfachsten telefonisch Schildern Sie kurz, was vorhanden ist: ein Album, ein Karton, ein ganzer Nachlass. Übersichtsfotos per WhatsApp oder E-Mail helfen, sind aber kein Muss.
  2. Ich sehe mir gezielt an, was zählt Falls nötig, sage ich Ihnen konkret, welche Albumseiten oder Rückseiten ich noch sehen müsste. Bei größeren Beständen ist eine Durchsicht vor Ort oder ein Versand sinnvoll.
  3. Angebot und direkte Bezahlung Ich nenne Ihnen offen, was ich zahlen kann, und erkläre, wie ich darauf komme. Nehmen Sie das Angebot an, erhalten Sie Ihr Geld sofort. Entscheiden Sie sich dagegen, entstehen Ihnen keine Kosten.

Fragen

Häufige Fragen zu Reichenberger Beständen

Wir haben vor allem Karten vom Jeschken. Sind die etwas wert?

Das kommt auf die Zeit an. Ansichten des alten Berghotels von 1907, des Sessellifts von 1933 oder verschwundener Bauden sind gefragt, späte Massenauflagen des Gipfelpanoramas weniger. Ich sortiere das gern für Sie auseinander.

Es sind auch Reklame- und Firmenkarten von Textilfabriken dabei. Wohin damit?

Zu mir, bitte ungetrennt. Werbekarten der Reichenberger Tuchindustrie dokumentieren die Wirtschaftsgeschichte der Stadt und stehen bei Spezialsammlern hoch im Kurs.

Mein Vater war im Sudetendeutschen Heimatverband – gehören dessen Unterlagen dazu?

Wenn sie beim Bestand liegen, ja. Rundbriefe, Treffenprogramme und Ortslisten der Nachkriegsjahre helfen, Karten und Fotos richtig zuzuordnen, und interessieren auch Archive.

Kaufen Sie auch einzelne, besonders schöne Karten an?

Ja, wobei ich Bestände bevorzugt im Ganzen übernehme. Wenn Sie nur wenige Stücke besitzen, lohnt die Anfrage trotzdem – die Antwort kostet Sie nichts.

Reichenberg-Bestand anbieten

Beschreiben Sie mir kurz am Telefon, was vorliegt, oder senden Sie zwei, drei Fotos – Sie erhalten umgehend eine ehrliche Einschätzung aus erster Hand.

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