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Ratgeber · Erste Schritte nach dem Fund

Alte Postkarten gefunden – was tun?

Auf dem Dachboden, im Keller oder bei der Haushaltsauflösung tauchen sie auf: Schachteln und Alben voller alter Karten. Hier erfahren Sie, was Sie jetzt tun sollten – und was auf keinen Fall.

Das Wichtigste zuerst. Werfen Sie nichts weg, bevor jemand mit Sachkenntnis den Fund gesehen hat. Diese eine Entscheidung lässt sich nicht rückgängig machen.
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Ratgeber

Warum ein Zufallsfund mehr sein kann, als er aussieht

Solche Funde wirken im ersten Moment wie altes Papier: vergilbt, verstaubt, voller fremder Handschriften. Tatsächlich kann darunter das letzte Bild eines abgerissenen Hauses oder eines verschwundenen Ladens sein – von vielem, was diese Karten zeigen, existiert sonst keine Aufnahme mehr.

Dazu kommt der zweite Blick: Aus Anschriften, Poststempeln und Kartentexten lässt sich oft die Geschichte einer Familie ablesen, von der die heutigen Erben nichts mehr wussten. Beides – der Bildwert und der dokumentarische Wert – erschließt sich erst bei genauer Durchsicht. Genau deshalb ist Geduld jetzt Ihr bester Verbündeter.

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Was Ihnen ein erster Überblick verrät

Sie brauchen den Fund nicht zu sortieren. Achten Sie beim vorsichtigen Durchblättern nur auf ein paar Anhaltspunkte:

  • Aus welchen Orten stammen die Motive – Großstadt oder Dorf?
  • Sind kleine, heute unbekannte Ortsnamen darunter?
  • Wirken manche Karten wie echte Fotografien statt wie Druck?
  • Gibt es Alben mit durchgehender, alter Ordnung?
  • Sind Rückseiten beschrieben, gestempelt und datiert?
  • Tauchen immer wieder dieselben Absender und Adressen auf?
  • Liegen Briefe, Fotos oder Dokumente zwischen den Karten?
  • Reicht der Bestand erkennbar in die Zeit vor 1945 zurück?

Wenn Feldpost darunter ist

Karten und Briefe mit militärischen Stempeln aus den Weltkriegen sind ein eigenes Kapitel – hier zählen Einheit, Zeitraum und Inhalt. Lassen Sie Feldpost geschlossen im Bestand und erwähnen Sie sie bei der Anfrage; für die Einzelheiten gibt es einen eigenen Ratgeber.

Bewertung

Fünf Schritte nach dem Fund

So gehen Sie vor, ohne etwas falsch zu machen – jeder Schritt kostet Sie nur wenige Minuten:

MerkmalWorauf es ankommt
1. Sichern Tragen Sie alles zusammen, was zum Fund gehört – auch Umschläge, lose Zettel und beschädigte Stücke. Vollständigkeit ist wichtiger als Ordnung.
2. Nicht eingreifen Lösen Sie keine Karten aus Alben, entfernen Sie keine Briefmarken und radieren Sie keine Beschriftungen aus. Jeder Eingriff vernichtet Information.
3. Trocken lagern Ein Karton in einem beheizten Raum genügt. Keller und Garage sind wegen der Feuchtigkeit ungeeignet – Stockflecken entstehen schneller, als man denkt.
4. Überblick notieren Halten Sie grob fest, wie viele Alben und Schachteln es sind und welche Orte häufig vorkommen. Mehr Vorbereitung braucht es nicht.
5. Einschätzung einholen Rufen Sie an oder schicken Sie ein paar Handybilder. Danach wissen Sie, was Sie gefunden haben – und können frei entscheiden, ob Sie verkaufen möchten.

Gut zu wissen

Drei Fehler, die Finder immer wieder machen

  • Nach Optik entsorgen. Weggeworfen wird meist das Unscheinbare – und gerade dort sitzen die seltenen Stücke. Glanz und Farbigkeit sagen über den Wert nichts aus.
  • Briefmarken für die Enkel ablösen. Beim Ablösen wird aus einer datierbaren, gelaufenen Karte ein beschädigtes Bild. Der Stempelzusammenhang ist oft wichtiger als die Marke selbst.
  • Den Fund in Einzelteilen anbieten. Wer hier ein Album und dort einen Stapel abgibt, zerstört den Zusammenhang – und erfährt nie, was der Fund als Ganzes bedeutet hätte.

Solange Sie nichts verändern, können Sie nichts falsch machen. Alles Weitere hat Zeit, bis Sie eine verlässliche Einordnung haben.

Ablauf

So läuft der Verkauf ab

  1. Sie melden sich – am einfachsten telefonisch Schildern Sie kurz, was vorhanden ist: ein Album, ein Karton, ein ganzer Nachlass. Übersichtsfotos per WhatsApp oder E-Mail helfen, sind aber kein Muss.
  2. Ich sehe mir gezielt an, was zählt Falls nötig, sage ich Ihnen konkret, welche Albumseiten oder Rückseiten ich noch sehen müsste. Bei größeren Beständen ist eine Durchsicht vor Ort oder ein Versand sinnvoll.
  3. Angebot und direkte Bezahlung Ich nenne Ihnen offen, was ich zahlen kann, und erkläre, wie ich darauf komme. Nehmen Sie das Angebot an, erhalten Sie Ihr Geld sofort. Entscheiden Sie sich dagegen, entstehen Ihnen keine Kosten.

Fragen

Häufige Fragen nach einem Fund

Die Karten gehören zu einer Erbschaft mit mehreren Beteiligten. Was nun?

Klären Sie vor einem Verkauf, dass alle Erben einverstanden sind. Für die Einschätzung selbst gilt das nicht – die können Sie jederzeit einholen, sie verpflichtet niemanden.

Einige Karten sind fleckig oder haben Wasserränder. Kann ich die aussortieren?

Lassen Sie auch beschädigte Stücke im Bestand. Bei seltenen Motiven werden Mängel hingenommen, und manchmal ist gerade die fleckige Karte die interessante. Aussortieren lässt sich später immer noch.

Muss ich die Karten reinigen oder glätten, bevor ich sie zeige?

Nein, bitte nicht. Hausmittel wie Radiergummi, Klebeband oder Bügeleisen richten mehr Schaden an als jeder Fleck. Zeigen Sie den Fund genau so, wie er aufgetaucht ist.

Was kostet mich die Einschätzung – und was, wenn ich danach doch behalten will?

Die Einschätzung kostet nichts, auch bei größeren Funden. Entscheiden Sie sich gegen einen Verkauf, ist das völlig in Ordnung – Sie behalten dann immerhin die Gewissheit, was Sie besitzen.

Ihren Fund besprechen

Am einfachsten schildern Sie mir am Telefon, was aufgetaucht ist. In wenigen Minuten klären wir gemeinsam, wie es weitergehen kann – ganz ohne Verpflichtung.

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